Da will der Schulwart doch tatsächlich, dass wir im Biologieunterricht zum offenen Bienenstock hingehen. MIT MIR NICHT!

Biene.jpg (4691 Byte)Es läutet, Frau Fachlehrer Brunnhuber holt uns ab und geht mit uns in den Schulhof. Herr Schittenhelm hat schon alles hergerichtet und wartet auf uns. Dann erzählt er uns ein bisserl etwas über den Bienenstaat und dass da angeblich so an die 60000 Bienen im Stock sind, die Bienen haben schon einiges an Honig eingetragen und jetzt nimmt er den Deckel von den 60.000 Bienen herunter. Es beruhigt mich aber auch nicht, dass ca. 20.000 Bienen gerade auf Sammelflug sind, es bleiben ja immer noch 40.000 über. Der Bienenstock besteht aus drei Etagen (Zargen) mit je zehn Waben.

Besuch beim BienenstockEr lässt uns von oben zwischen die Waben hineinschauen – kein Problem, eine durchsichtige Plastikfolie hält die Bienen vom Herausfliegen ab. Na ja, viel sieht man nicht. Viele Rähmchen und dazwischen alles schwarz vor lauter Bienen.

Auweia, jetzt wird’s brenzlig, denn er nimmt die Folie weg - und nichts passiert. Keine Biene fliegt heraus. "Warum auch", sagt Herr Schittenhelm, "die Bienen kennen keine Bedrohung von oben. Alles, was den Bienen gefährlich werden könnte, kommt durch das Flugloch und daher wird es auch so gut von den Bienen bewacht." Auch als er eine Wabe herausnimmt, bleiben die Bienen ruhig darauf sitzen.

Auch Herr Olbrich zeigt großes InteresseWir bekommen erklärt, dass in den Zellen in der oberen Hälfte der Wabe der Honig glänzt und in der unteren Hälfte sich die Brut befindet. Wir sehen viele Zellen, in denen unten am Boden winzige Eier kleben. In anderen Zellen liegen kleine Maden in einem weißen Saft. Andere Wabenflächen sind mit Wachsdeckeln verschlossen, das kann sowohl verpuppte Brut als auch Honig sein. Wir können sogar beobachten, wie sich Bienen von innen durch die Zelldeckel beißen und das Licht der Welt erblicken. Ganz zerknittert stehen die frisch geschlüpften Bienen da und werden sofort von älteren Bienen betastet. Es wird eine Weile dauern, bis sie aus dem Stock hinausfliegen. Zuerst haben sie viel Arbeit drinnen zu erledigen.

Mir fällt gerade auf, dass wir schon 10 Minuten beim offenen Bienenstock stehen und von unserer Klasse noch niemand gestochen wurde. Wir haben aber auch vorher erfahren, dass die Bienen schnelle Bewegungen nicht schätzen. Also müssen wir uns ruhig verhalten und dürfen auch nicht mit den Händen "fuchteln", wenn sich eine Biene zwischen uns verirren sollte.

Drohne1.jpg (3735 Byte)Ganz dicke Bienen mit riesigen Augen - Drohnen - lässt uns der Schulwart in die Hand nehmen. Obwohl man weiß, dass die Drohnen keinen Stachel haben, ist es schon ein komisches Gefühl, wenn diese so laut brummen, während sie mit den Flügeln schlagen.

Königin (markiert) mit HofstaatEine Biene, die viel größer ist als alle anderen, ist die Königin. Sie läuft über die gereinigten Zellen, begutachtet sie und wenn alles in Ordnung ist, legt sie ein Ei hinein. Ständig befinden sich ungefähr 20 Bienen in ihrer Nähe, die sich nur um sie kümmern und sie füttern, weil sie vor lauter Eierlegen zu nichts anderem kommt. Kann man sich gar nicht vorstellen: 2.000 Eier am Tag. Die 2.000 Eier zusammen sind schwerer als die Königin selbst, darum muss sie auch ständig gefüttert werden.

smilyschleck-ani.gif (1578 Byte)Zum Abschluss lässt uns Herr Schittenhelm noch den frischen Honig kosten. Wir dürfen den Honig mit den Fingern aus den Waben kratzen und die 1500 Bienen auf der Wabe gehen brav zur Seite und hindern uns gar nicht daran. Schmeckt übrigens prima und die Biologiestunde war auch viel zu kurz.

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